Forschungsprojekte

BAB 046/21: ERASMUS+ – Strengthening Social Capital in Rural Communities for Rural Development

Ausgangssituation

Das Konzept von Sozialkapital ist seit geraumer Zeit ein wichtiger Bestandteil der ländlichen Entwicklung von Local Governance. Auch in der Türkei wurde dessen Wichtigkeit in den letzten Jahren immer stärker wahrgenommen. Mit dem gegenständlichen ERASMUS+ Programm soll das lokale Sozialkapital in ländlichen Regionen der Türkei gestärkt werden, um die wirtschaftlichen Perspektiven, die endogenen Potentiale und die Local Governance im ländlichen Raum, aber auch den damit verbundenen städtischen Regionen weiter zu entwickeln.

Die Ländliche Entwicklungspolitik der Türkei ist in der Nationalen Ländlichen Entwicklungsstrategie 2014-2020 festgelegt. Diese ist seit der ersten Periode (2007-2013) als Teil des EU-Beitrittsprozesses beschlossen. Zwei Instrumente sind für diesen Prozess bestimmend: zum einen das Ländliche Entwicklungsprogramm IPARD (2014-2020) für die Unterstützung der Beitrittsvorbereitungen im Rahmen von IPA (Instrument for Pre-Accession Financial Assistance) und zum anderen das Nationale Ländliche Entwicklungsprogramm (2014-2020), welches aus dem nationalen Budget dotiert wird. Ziele dieser Programme sind die Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Situation und die Lebensqualität für Menschen, die in den ländlichen Regionen leben. In einer SWOT Analyse für das nationale Entwicklungsstrategiedokument NRDS (2014-2020) zeigten sich fehlende Investitionen und Unternehmertum als besondere Schwäche des ländlichen Raums. Es wurden zwei Ziele formu-liert, erstens, die ländliche Wirtschaft über die Schaffung neuer Beschäftigungsmöglichkeiten und durch Diversifizierung der Ökonomie zu stärken und als ein weiteres Ziel die Humanressourcen, die institutionellen administrativen und politischen Strukturen, die Bildung und lokales Wissen, sowie das Sozialkapital zu entwickeln. Eine neue Unternehmenskultur sollte über die Stärkung der ländlichen Gesellschaft und einer verstärkten lokalen Entwicklung, basierend auf den vorhandenen lokalen Ressourcen, in die Wege geleitet werden. Auch im aktuellen türkischen Fünf-Jahres-Plan (2019-2023) wird die Bedeutung des Sozialkapitals in ländlichen Regionen für die Regionalentwicklung, Wettbewerbsfähigkeit und den sozialen Fortschritt besonders betont.

Die türkische Landwirtschaft ist von all diesen Fragestellungen besonders betroffen. Die Verbesserung des Agrarbereichs und der landwirtschaftlichen Organisationsstruktur genießen bei den Zielsetzungen im nationalen Ländlichen Entwicklungsprogrammen (RDP) und im IPARD eine hohe Priorität. Ein höheres Sozialkapital in den ländlichen Regionen soll dazu beitragen, diese Probleme zu lösen.

Zielsetzung

Ziel des Projekts ist die Entwicklung von Trainingsmodulen und eines Glossars für Trainer*innen für die Veranstaltung von Seminaren und Kursen für Menschen in ländlichen Regionen der Türkei, um das Sozialkapital zu stärken. Diese Seminare und Kurse sollen in Zusammenarbeit mit UTEM, dem Internationalen Zentrum für landwirtschaftliche Bildung, einer Dienststelle des Bildungsministeriums, in einzelnen Pilotregionen abgehalten werden. Bislang gibt es noch kein Curriculum für entsprechende Trainingsprogramme. Die neu zu entwickelnden Curricula werden für die Trainer*innen eine wertvolle Unterstützung darstellen. Die Entwicklung von Erwachsenenbildungsprogrammen im Bereich des Sozialkapitalaufbaus soll nicht zuletzt die internationale und interinstitutionelle Zusammenarbeit fördern und zu einem interkulturellen Austausch beitragen.

Folgende Produkte sollen erstellt werden:

  • Analysebericht für Trainingserfordernisse
  • Entwicklung von Unterrichtsmaterialen für Trainer*innen, die im Rahmen von UTEM tätig sind.
  • Abhaltung von Pilottrainings
  • Handbuch für Trainer*innen für Erwachsenenbildungskurse im ländlichen Raum
  • EU Best-Practice Beispiele für Sozialkapital in Europa
  • Erstellung eines Implementierungshandbuchs

Stand des Projektes

Dieses von der türkischen National Agency und der EU finanzierte Projekt ist bereits genehmigt und wird mit 1.1.2021 beginnen.

Arbeiten 2021

Das Projekt wird mit einem (digitalen) Kick-off Meeting, der Festlegung der einzelnen Work-Packages und der Verteilung der Arbeitsaufgaben beginnen. Covid 19 bedingt ist es noch ungewiss, inwieweit Arbeitstreffen mit den Projektpartnern und Veranstaltungen mit Stakeholdern sowie Feldarbeiten vor Ort abgehalten werden können.

Zeitplan

Projektbeginn: Jänner 2021

Projektende: Dezember 2023

Gemeinde Radmer in der Steiermark

Gemeinde Radmer in der Steiermark

BABF, Machold, 2004

ProjektleiterIn

WIESINGER, Georg

DI Dr. Georg WIESINGER

Ländliche Sozialforschung und Bibliothek

Team

OEDL-WIESER, Theresia

Mag.a DI.in Dr.in Theresia OEDL-Wieser

Ländliche Sozialforschung und Bibliothek

Initiator

laufend
Dietrichgasse 27
1030 Wien
 +43 (1) 71100 - 637415

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