Forschungsprojekte

BAB 025/19: Die Initiative Bergsteigerdörfer als Umsetzungsprojekt der Alpenkonvention

Zielsetzung

Die Initiative Bergsteigerdörfer wurde von der Abteilung Raumplanung und Naturschutz des Alpenvereins 2008 konzipiert. Den Rahmen der Initiative bildet die Alpenkonvention, deren Hauptziel eine nachhaltige Entwicklung im gesamten Alpenraum ist. Die Bergsteigerdörfer setzen sich für die Umsetzung der Protokolle der Alpenkonvention (Tourismus, Raumplanung, Berglandwirtschaft, Nachhaltigkeit etc.) ein. Der Titel Bergsteigerdorf versteht sich als Qualitätssiegel des nachhaltigen Tourismus, weshalb Bewerber (Gemeinden) einen Kriterienkatalog zu erfüllen haben, ehe sie die Bezeichnung offiziell tragen dürfen. Die Bergsteigerdörfer sind vorbildhafte regionale Entwicklungskerne im nachhaltigen Alpintourismus mit einer entsprechenden Tradition. Sie garantieren ein hochwertiges Tourismusangebot für Bergsteiger, Bergwanderer, Aktiv-TouristInnen und weisen eine exzellente Landschafts- und Umweltqualität auf. Sie engagieren sich für die Bewahrung der örtlichen Kultur- und Naturwerte. Die Vorbildwirkung der Bergsteigerdörfer erstreckt sich auch auf das aktive Bemühen das Ziel der nachhaltigen Entwicklung im Alpenraum zu verwirklichen. Aus Sicht der Gemeinden ist es das Ziel in bisher wenig vom Tourismus profitierenden Gemeinden das touristische Potenzial unter Einhaltung von ökologischen und sozialen Grenzen zu nutzen. Seit 2015 wurden die nationalen Alpenvereine der Nachbarländer Deutschland, Italien (insbesondere Südtirol) und Slowenien schrittweise in das Projekt involviert. Nachdem 2019 zwei Bergsteigerdörfer (Gschnitztal (A) und Luce (SLO) neu aufgenommen wurden, beteiligen sich nunmehr 29 Bergsteigerdörfer (20 davon in Österreich) an der Initiative.

Stand des Projekts und Arbeiten 2021

In Kooperation mit dem Österreichischen Alpenverein (OeAV) und dem Alpenkonventionsbüro, sowie der Abteilung I/9 BMNT (nunmehr BMK 6/10) wurde 2019 eine deskriptive Bestandsaufnahme der Initiative Bergsteigerdörfer vorgenommen. Mithilfe einer Dokumentenanalyse und Literaturrecherchen wurden u.a. Kurzporträts der 29 Bergsteigerdörfer erstellt, die zugrundeliegenden Kriterien (Ausschluss,- Pflicht- und Zielkriterien) analysiert, sowie die unterschiedlichen Protokolle (Tourismus, Raumplanung, Naturschutz, Berglandwirtschaft etc.) der Alpenkonvention mit Bezugnahme auf die Bergsteigerdörfer erfasst. Weiters wurde die Jahrestagung „Die Zukunft der Bergsteigerdörfer“ in Ramsau/Berchtesgaden besucht und es konnten dabei Fachkontakte geknüpft werden. Darüber hinaus gab es eine erste Vortragstätigkeit.

2020 erfolgte eine statistische Analyse der Beherbergungsstatistik (ÖSTAT) der 20 österreichischen Bergsteigerdörfer, die die Entwicklung der Nächtigungen seit dem Beitritt zur Initiative aufarbeitet und es konnte eine Sonderauswertung der T-MONA Gästebefragung (des Tourismus Monitor Austria der Österreich Werbung) in Bergsteigerdörfern initiiert werden. Weiters wurden drei Bergsteigerdörfer (Johnsbach im Gesäuse, Mauthen und St. Jodok, Schmirn- und Valsertal) als Fallbeispiele ausgewählt und es wurden auf Grundlage eines qualitativen Leitfragebogens Online-Expertengespräche geführt und teilweise ausgewertet. 2021 soll der Forschungsbericht erstellt werden und das Potenzial bzw. Erfolgsfaktoren für naturnahen, nachhaltigen Tourismus in kleinstrukturierten, peripheren Regionen des Alpenraums durch diese Initiative auch unter den Vorzeichen der aktuellen Covid-19-Krise analysiert werden.

Zeitplan

Das Projekt soll in der ersten Jahreshälfte 2021 abgeschlossen werden

Menschen klettern in den Ötztaler Alpen

Menschen klettern in den Ötztaler Alpen

BABF, Ehlers, 2013

ProjektleiterIn

TAMME, Oliver

M.Sc. Oliver TAMME

Berggebietsforschung und Regionalentwicklung

Team

DAX, Thomas

Dr. Thomas Dax

Berggebietsforschung und Regionalentwicklung
QUENDLER, Erika

DI.in Dr.in Erika QUENDLER

Ländliche Sozialforschung und Bibliothek
laufend
Dietrichgasse 27
1030 Wien
 +43 (1) 71100 - 637415

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