Forschungsprojekte

AWI 180/17: Optionen zur Einkommensstabilisierung in landwirtschaftlichen Betrieben

Ausgangssituation

Das Einkommen eines landwirtschaftlichen Betriebes schwankt, da auch die Einkommenskomponenten (Mengen, Preise, Agrarzahlungen etc.) schwanken. Als Ursachen für Preisvolatilitäten auf Beschaffungs- und Absatzmärkten werden in der Literatur verschiedene Einflussfaktoren genannt, darunter Angebots- und Nachfrageänderungen, Umweltbedingungen (z.B. Wetterextreme, die in Ernteausfällen resultieren), Änderungen in der Handelspolitik (z.B. Handelsbeschränkungen) oder makroökonomische Faktoren (z.B. globales Geldangebot). Die Unsicherheit (d.h. das Risiko) bezüglich des zukünftigen Preisniveaus und seiner Entwicklung ergibt sich aufgrund der Vielzahl an Einflussfaktoren und ihres Zusammenspiels. Ungünstige Preisentwicklungen können auf einzelbetrieblicher Ebene starke Einkommensrückgänge verursachen und in weiterer Folge die Existenz des Betriebes gefährden. In der EU bestehen in der GAP-Periode 2014-2020 verschiedene Möglichkeiten, Einkommensrisiken zu verringern (z.B. Risikomanagementinstrumente nach Artikel 39 der VO (EU) 1305/2013). Andere Wirtschaftsräume (z.B. USA, Kanada) wenden Instrumente zur Einkommensstabilisierung in der Landwirtschaft seit Längerem an.

Zielsetzung

Ziel des Projektes ist es, Möglichkeiten zur Einkommensstabilisierung in der österreichischen Landwirtschaft zu analysieren. Die Analyse soll unterschiedliche Informationsquellen (z.B. österreichische und internationale Literatur, Datensätze) einbeziehen. Konkrete Problemstellungen sollen mit Hilfe unterschiedlicher Methoden (z.B. Workshops, Befragung, Modellrechnungen) bearbeitet werden.

Stand des Projektes

Im Jahr 2017 wurde zum Thema eine erste Literaturrecherche durchgeführt. Außerdem wurde in Zusammenarbeit mit dem WIFO (Franz Sinabell, Thomas Url) ein mögliches Konzept einer index-basierten Einkommensversicherung diskutiert und präsentiert (AES Annual Conference 2017, Dublin; WIFO Working Paper, No. 536/2017). Im Rahmen des Projektes AWI/180/17 wirkte die Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen (BAB) in den Jahren 2018 bis 2020 am von der LK NÖ beauftragten Projekt „Entwicklung von Instrumenten zur Einkommensstabilisierung für Milch und Weizen produzierende Betriebe in Österreich“ mit. Betrachtet wurde insbesondere die Möglichkeit einer Preisabsicherung. Das Interesse von LandwirtInnen an einer solchen Preisabsicherung sowie ihre Anforderungen daran wurden erhoben. Weiters wurden Anforderungen an den Anbieter bzw. den öffentlichen Sektor (z.B. Finanzierungsbedarf, rechtlicher Rahmen) berücksichtigt. Die Arbeiten der BAB umfassten:

Die Arbeiten der BAB im Rahmen des Projektes AWI 180/17 umfassten in den Jahren 2018 und 2019:

  • die Organisation und Durchführung zweier Workshops, in denen die TeilnehmerInnen (eine Stichprobe bestehend aus Arbeitskreis-BetriebsleiterInnen) hinsichtlich ihres Interesses an einer Preisabsicherung und ihrer Anforderungen an eine Preisabsicherung befragt wurden (Arbeitspaket 2.3)
  • die Bereitstellung eines Datensatzes, der beispielhaft zur Entwicklung der untersuchten Preisabsicherungsmodelle herangezogen wurde (Arbeitspaket 2.5);
  • eine Analyse mikro- und makroökonomischer Wirkungen des im Rahmen dieses Projekts entwickelten Versicherungsmodelle (Arbeitspaket 2.6);
  • die Mitarbeit in weiteren Arbeitspaketen.

Arbeiten 2021

Eine Veröffentlichung des Projektendberichts (Präsentation im 2. Quartal 2020, Begutachtung im 4. Quartal 2020) war von vornherein nicht vorgesehen. Um einen Teil der Ergebnisse einer breiteren Öffentlichkeit bereitzustellen, soll im Jahr 2021 mit Einverständnis des Projektauftraggebers ein Teil der von der BAB erbrachten Arbeiten disseminiert werden (z.B. Präsentation auf einer Tagung, Be-richt auf der BAB-Homepage oder in einer wissenschaftlichen Zeitschrift).

Zeitplan

Projektbeginn: April 2017

Projektende: Juni 2021

ProjektleiterIn

HEINSCHINK, Karin

Mag.a PhD Karin HEINSCHINK

Agrar-, Umwelt- und Ernährungssysteme

Team

GRUENEIS, Heidelinde

DI.in Dr.in Heidelinde GRUENEIS

Agrar-, Umwelt- und Ernährungssysteme
HAMBRUSCH, Josef

DI Dipl.-Päd. Ing. Josef HAMBRUSCH

Agrarökonomie und Datenmanagement
TRIBL, Christoph

DI Dr. Christoph TRIBL

Agrar-, Umwelt- und Ernährungssysteme
laufend
Dietrichgasse 27
1030 Wien
 +43 (1) 71100 - 637415

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